Die große Liebe, so denken viele, das bedeutet ewige Verschmelzung und unbedingte Einigkeit. "Dieses Ideal haben wir in unserer Kultur aufgesaugt", sagt die Paartherapeutin Mia von Waldenfels in der Zeitschrift emotion. Ihrer Erfahrung nach sind solche Vorstellungen aber eine Gefahr für die Beziehung, denn wer die Übereinstimmung mit dem Partner zum Maß aller Dinge erhebt, sorgt damit paradoxerweise erst recht für Konfliktstoff. Und für Enttäuschungen.
Mia von Waldenfels empfiehlt Paaren darum, sich vom Einigkeits-Ideal zu verabschieden und "die Verschiedenheit der beiden Welten" anzuerkennen. Sonst versuche man, sich den anderen so zurechtzubiegen, wie man ihn haben möchte. "Oder verbiegt sich selbst für den anderen." Für die Beziehung sei es viel gewinnbringender, das Anderssein des Partners wirklich erkunden und verstehen zu wollen. Und sich auch selbst die persönliche Eigenständigkeit zu erhalten - auch wenn es darüber mal zum Streit kommt. Erst die "Balance zwischen Gemeinsamkeit und Eigenständigkeit", sagt auch der Paartherapeut Dirk Revenstorf, mache die Liebe auf Dauer befriedigend.
